Glas
 
 



Die Scheibe – ein wichtiges Fensterelement
 

 

Die Thermoscheibe ist ein Teil des Fensters, dem wir gewöhnlich wenig Aufmerksamkeit schenken. Für viele hat die Scheibe nur die Aufgabe, die entsprechende Durchsicht zu garantieren. Es zeigt sich jedoch, dass moderne Thermoscheiben sowohl für ein behagliches Wohngefühl sorgen als auch deutliche Einsparungen im Energiebereich bringen.
Unsere Präsentation hat zum Ziel, kurz die Eigenschaften einer Thermoscheibe darzustellen und Antwort zu geben, auf welche Aspekte Sie bei der Auswahl einer konkreten Scheibenart achten sollten. 


Konstruktion der Wärmedämmverglasung

 

Die Wärmedämmverglasung setzt sich aus zwei Glasscheiben zusammen, die durch einen Abstandhalter, in der Regel in einem Abstand von 15–16 mm, getrennt sind. Der Zwischenscheibenraum ist mit getrockneter Luft oder Argongas gefüllt, um den Wärmedämmungseffekt zu vergrößern. Damit die eingeschlossene Luft nicht feucht wird, ist der Abstandhalter mit einem Molekularsieb gefüllt ‒ ein robustes hygroskopisches Mittel in Gestalt von Granulat. Auf der Gesamtlänge des Randes sind die Scheiben mit dem Abstandhalter durch Dichtstoffe verbunden, was die Dichtheit des Systems garantiert und das Eindringen von Wasserdampf ins Innere begrenzt.

 

1.Glas float 4 mm
2.Argon
3.Feuchtverzehrer
4.Verdichtung (Butyl)
5.Niedrigemissionsglas 4 mm
6.Aluminiumrahmen
7.Verdichtung (Tyokol)

   Satzdicke 24 mm

 

Wärmedämmverglasung – Eigenschaften
Grundfunktionen der Wärmedämmverglasung sind außer der Durchlässigkeit der sichtbaren Strahlung, eine erhöhte Wärme- und Schalldämmung. Dank verschiedener Scheibenkombinationen können wir die entsprechende Wirkung verbessern und eine zusätzliche Verbesserungen der Fenstereigenschaften erreichen:

  • Verbesserte Wärmedämmung. Diese Eigenschaft wird durch den Faktor U [W/m²K] ausgedrückt, der den Wärmestromdurchgang durch die Scheibe beschreibt; je kleiner dieser ist, desto besser. Durch die Verwendung von Scheiben mit Niedrigemissionsbeschichtung (Edelmetalloxyde, die auf die Scheibe in sehr dünnen Schichten aufgetragen werden), die die Wärme im Zwischenraum hält, und durch die Füllung des Scheibenzwischenraums mit Argongas erreichen wir den Wärmeschutzeffekt – eine erhöhte Wärmdämmung. Solch eine Scheibe erreicht den Faktor U= 1,1 [W/m²K]. Ihre Verwendung verringert die Wärmeverluste im Verhältnis zu üblichen Scheiben mit dem Faktor U = 3,0 [W/m²K] entscheidend. Der Energiebedarf (zum Ausgleich des Wärmeverlustes, der durch die Scheiben dringt) verringert sich um 60 % ab.
    Verbesserte Schalldämmung. Diesen Effekt erlangen wir durch die unterschiedliche Scheibendicke im System, die Vergrößerung des Abstandes zwischen den Scheiben und die Verwendung von Verbundscheiben mit einer schallschluckenden Spezialfolie. Das Problem der Schalldämmung ist kompliziert – verschiedene Schallfrequenzen werden auf verschiedenen Stufen gedämmt, deswegen besteht keine einfache Abhängigkeit zwischen der Verwendung der Scheibe und Verringerung des jeweiligen Schalls. Schalldämmende Scheiben dämpfen Lärm im Bereich von ca. 35–51 dB. Dies bedeutet eine Verminderung des Geräuschpegels um einen Faktor von 3,5 bis 5, gemäß der Regel, dass eine Abnahme des Schallpegels von 10 dB dafür sorgt, dass der Schall um die Hälfte leiser wahrgenommen wird.
    Verringerung des Einbruchrisikos. Diese Eigenschaft erlangen wir durch die Verwendung von Verbundsicherheitsscheiben im System, die aus zwei Scheiben bestehen, die durch eine PVB- Folie mit sehr großer Reißfestigkeit verbunden sind. Die Sicherheitsstufe hängt von der Scheibendicke und Anzahl der Folienschichten ab, die für die Scheibenfertigung verwendet wurden – von O2 bis P5.
    Verringerung des Verletzungsrisikos - durch Verwendung von Verbund- oder gehärteten Scheiben.
    Verzierungen und Blickschutz in die Räumlichkeiten. Eine breite Palette an Scheiben mit Ornamenten und Sonnenschutz ermöglicht die Auswahl von Scheiben mit der entsprechenden Ästhetik und dem gewünschten Blickschutz. 


Die beschriebenen Eigenschaften schließen sich nicht gegenseitig aus, d. h., es können Scheiben mit verbesserter Wärme- und Schalldämmung hergestellt werden, die gleichzeitig ein Einbrechen erschweren.

 


Bis heute haben Scheiben noch einen Schwachpunkt. Glas und Metall (Aluminiumabstandhalter) sind gute Wärmeleiter, deswegen treten im Bereich des Abstandhalters große Wärmeverluste auf, die sog. Wärmebrücke. Für dieses Problem gibt es eine moderne Lösung ‒ die „warme Kante” aus Materialien mit geringer Leitfähigkeit. 

 

Die Vorteile dieses Abstandhalters sind offensichtlich:

1. Reduktion der Wärmebrücke
2. Energieeinsparungen bis zu 6‒7 %
3. Ästhetisches mattes Aussehen ohne Metallreflexionen
4. Fast vollständige Vermeidung der unter bestimmten Bedingungen auftretenden Kondensation des Wasserdampfes an den Scheibenrändern aufgrund der erhöhten und stabilen Temperatur auf der Scheibeninnenfläche
5. Dieselbe mechanische und Wärmefestigkeit wie bei Aluminiumabstandhaltern.

Was sollte bei der Auswahl der Scheibe besonders beachtet werden?
 
1. Bedürfnisse und Anforderungen müssen genau definiert werden. Anhand dieser kann das gewünschte Scheibensystem ausgewählt werden.
2. Es sollte sichergestellt werden, dass die Scheibe von einem soliden Hersteller stammt – jede Firma ist verpflichtet, ihr Produkt auf dem Abstandhalter mit dem Sicherheitszeichen „B”, dem Namen des Herstellers und Herstellungsdatum zu kennzeichnen. Noch besser ist es, wenn auf dem Abstandhalter die genaue Produktbeschreibung angebracht ist.   

 

Spezielle Eigenschaften der Wärmedämmverglasung
 

Nach Kauf eines Fensters bemerken wir in manchen Fällen Eigenschaften beim Mehrscheiben-Isolierglas, die in manchen Fällen beunruhigend wirken können. Hierbei handelt es sich jedoch um keine Glasfehler. Sie resultieren gewöhnlich aus den physikalischen Eigenschaften des Glases und dem Aufbau der Wärmedämmverglasung:
          
Interferenzen
Bei einer Wärmedämmverglasung aus Floatglas können Interferenzen in Gestalt von regenbogenartigen Flecken, Rändern und Bändern auftreten.
Diese optischen Interferenzen sind typische Erscheinungen, wenn zwei oder eine größere Anzahl an Lichtwellen im gleichen Punkt zusammentreffen. Diese können in Gestalt von schwächeren oder intensiveren Farbzonen beobachtet werden, die bei Druck auf die Scheibe ihre Lage verändern. Dieser physikalische Effekt wird durch die Parallelität der Scheibenflächen verstärkt. Interferenzen treten zufällig auf und man können nicht beeinflusst werden.
Glaskonkavität und -konvexität
Das durch eine Dichtung verschlossene Scheibensystem enthält im Scheibenzwischenraum ein bestimmtes Volumen an Gas. Die Endparameter des Gases werden in einem entscheidenden Maße durch den Luftdruck, absolute Höhe über dem Meerspiegel und die Lufttemperatur zum Zeitpunkt und am Ort der Herstellung beeinflusst. Bei Einbau des Isolierglases auf anderen Höhen, bei einer Temperaturveränderung und einem unterschiedlichen Luftdruck kommt es unvermeidlich zu einer konkaven und konvexen Biegung der einzelnen Scheiben und damit zu einer optischen Verformung.
Kondensation des Wasserdampfes auf den Außenflächen
Unter bestimmten Bedingungen kann auch bei Mehrscheiben-Isolierglas Kondensat auf den Außenflächen der Innenraumseite oder Außenseite auftreten. Raumseitig hängt die Kondensation vom U-Wert, der Luftfeuchtigkeit, Luftstrom und der Außen- und Innentemperatur ab. Bei einer sehr guter Wärmedämmung des Systems, hoher Luftfeuchtigkeit und im Verhältnis zum Glas höherer Lufttemperatur ist auch eine Kondensation auf der außen liegenden Scheibenfläche möglich.
Farbabweichungen
Die Eigenfarbe des Glases (Farbstich) hängt von der Glasdicke, Fertigungsverfahren und Zusammensetzung des Glasrohstoffgemisches ab. Farbabweichungen können besonders bei Nachbestellungen auftreten.

 

Zur Bewertung von Wärmedämmverglasungen ist zurzeit die Norm PN-B-13079 „Bauglas, Wärmedämmverglasung“ maßgebend.

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